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Vom autonomen Mähdrescher zum autonomen Landwirtschaftsbetrieb

7 November 2019

Fragen rund um Trends der Entwicklung des Landmaschinenbaus, den cleveren Ackerbau und die Notwendigkeit von technologisch hochwertigen Lösungen wurden in unserem Gespräch mit dem Marketingleiter der Gesellschaft Rostselmash, Maxim Nachabo, erörtert.

Maxim, am Vorabend der Messe AGRITECHNICA 2019, in deren Rahmen traditionell ein Aufschnitt der Trends in der Landwirtschaft präsentiert wird, möchten wir gerne wissen, wie sich dieGesellschaft Rostselmash die Weiterentwicklung des Agrarbereichs im technologischen Sinne vorstellt.

Derzeit ändern sich weltweit die Anforderungen, die an die Landmaschinen gestellt werden. Der Trend besteht darin, dass schon bald nicht eine Landmaschine wie z. B. ein Mähdrescher oder ein Ackerschlepper, sondern ein cleveres System, das dieMaschine als einen seiner Bestandteile enthält, gefragt ist. Ein solches System soll helfen, die Prinzipien des Ackerbaus festzulegen, und seine Bestandteile sollen konkrete Aufgaben meistern. Das ist für die Gewährleistung der Produktionssicherheit notwendig: immer mehr Menschen leben auf der Erde, alle brauchen Lebensmittel, und es liegt auf der Hand, dass eines Tages kein extensives Wachstum in der Landwirtschaft mehr möglich ist - wegen des Flächenmangels. Dann wird es nur eine Wachstumsmöglichkeit geben: die Effizienz der Ressourcennutzung und die Senkung der Zahl von Fehlern. Gerade das sollen Systeme des cleveren Ackerbaus ermöglichen, und alle großen Landmaschinenhersteller entwickeln heute solche Systeme. Hier gibt es zwei Wege: entweder fremde Technologien kaufen oder eigene entwickeln. Rostselmash geht den zweiten Weg: die Aneignung von Kompetenzen im Bereich Automatisierung der Landwirtschaftsproduktion und Einführung von intellektuellen Systemen ist nach unserer Auffassung die richtige Strategie, die uns den Status der Autoren des Enderzeugnisses behalten lässt, obwohl sich die Technologien rasant ändern, so dass wir nach wie vor nicht nur Technik, sondern auch Technologien der Automatisierung der Bewirtschaftungsvorgänge liefern. Rostselmash hat derzeit z. B. Agrotronic, ein System der Fernüberwachung, dank dem man sehen kann, wo und wie die Maschinen arbeiten, und wir befassen uns gerade mit der Umwandlung dieses Systems in Farmtronic – ein System, dass bei der Beschlussfassung in der Landwirtschaft helfen soll. Das System soll zuerst Empfehlungen geben und später lernen, selbstständig Beschlüsse fassen. Farmtronic vereint die Analyse der Effizienz, die Ressourcenplanung, das Wetterservice, das Satellitenservice und sogar Möglichkeiten der agrarchemischen Bodenanalyse.

Welche eigenentwickelte Produkte der Gesellschaft Rostselmash in diesem Bereich werden als erfolgversprechend betrachtet?

Die heutige Richtung ist die Entwicklung von Systemen der digitalen Landwirtschaft. Die Gesellschaft arbeitet tatsächlich an der Lösung von vier großen Gruppen von Aufgaben: es geht nämlich um Systeme der Telemetrie und der Zusammenarbeit zwischen Maschinen, Systeme der Fahrzeuglenkung, Systeme der Prozessautomation, Systeme für Sicherheit und Prävention von Notsituationen.  Das sind Technologien im Bereich Maschinensehen, Bewegungsautonomie, künstliche Intelligenz, Analyse von Massendaten. Innovative Lösungen von Rostselmash finden bereits Anwendung, und zwar bei der Bodenvorbereitung, bei der Düngergabe, beim Aussäen, bei der Behandlung gegen Krankheiten und Schädlinge, bei der Ernteeinbringung und beim Futtermittelaufkommen. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Lösungen im Bereich Zusammenarbeit zwischen Maschinen, einschliesslich der Identifizierung von Werkzeugen, der Systemausbildung unter Verwendung von Neuronetzen, des Monitorings, der Analyse und der Empfehlungen – für Mechanisatoren, Landwirte, Administratoren. Digitale Lösungen bilden das Rostselmash-Ökosystem: Subsysteme, die auf der Datenerfassung basieren, ermöglichen es, nicht nur die Arbeit im Bereich Landwirtschaft zu erleichtern, sonder auch sie auf Basis einer ganzen Reihe von Schlussfolgerungen und genauen Prognosen, die eine Maschine erarbeiten kann, effizienter zu machen.  

Welche technologische Lösungen stehen schon zur Einführung bereit?

Ein gutes Beispiel: Futtervollerntemaschinen der F-Serie. Das sind leistungsstarke, clevere, sehr effektive Maschinen. Man kann sie optional mit dem IQ-Dozer-System ausstatten, das sich um die automatische Einbringung von Konservierungsmitteln kümmert und sie an die Feuchtigkeit, die Temperatur der zu erntenden Landwirtschaftskultur und die Arbeitsleistung der Vollerntemaschine anpasst, so dass sowohl die Qualität des Futters als auch die Einsparung von Konservierungsmitteln gewährleistet werden. Die Getreidemähdrescher werden bereits mit einem interaktiven Helfer namens Optimax versehen, das System schlägt die Einstellungsänderung für die Betriebsoptimierung der Maschine vor. Alle Handlungen brauchen noch Bestätigung seitens des Operators, aber in der Zukunft werden wir eine völlig automatisierte Version nutzen. Eine weitere Richtung betrifft den System-Interface: die Sprachsteuerung. Nun kann man sich direkt an elektronische Systeme wenden: man sagt „ОК, Anna“, - diese Wörter klingen in fast allen Sprachen gleich. Das ist sehr hilfreich, wenn man mit beiden Händen arbeiten muss, was bei der Arbeit eines Operators sehr oft vorkommt.



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